Erika Stucky & Knut Jensen - Ping Pong

Erika Stucky & Knut Jensen - Ping Pong

Galerie der Kreissparkasse, Nordhausen

Eröffnung 36. Nordhäuser Jazzfest

Es gibt Auftritte, bei deren Beschreibung der Kritiker um Worte ringen muss, weil er immer noch lieber gebannt den Atem anhalten möchte. Schon das Intro verschlägt einem die Sprache – Jodellaute und dumpfe Schläge aus dem „Off“ hinter der Zuschauertribüne, als wären ein paar verspätete Perchten von der Basler Fasenacht unterwegs, während ihr Bühnenpartner vorne im Scheinwerferlicht monoton und gesampelt die Ukulele zupfte. Und dann ist sie plötzlich da in voller Pracht, auf dem Kopf einen Kranz aus züngelnden Flammen, die sie später als „Beckenknochen von einem Dachs“ bezeichnen wird. Diese optische Faszination wird beim Betrachter den ganzen Abend lang fortwirken und ihm sagen: Das da vorne muss eine Son-nengöttin sein! Aus dem mit Hall-Effekten verstärkten „Jodeling“ schält sich dann allmählich eine englische Songzeile heraus: „All I really wanna do is making friends with you...“ Erika Stucky kommt also in Frieden, und die Eingeborenen reagieren zunächst mit scheuem Wohlwollen. Stucky hat vorsorglich ein paar beschwichtigende Worte in heimeligem Schwyzerdütsch parat, ehe es richtig abgeht mit ihrer „Ping Pong“-Performance: „S ́isch nöt so schlimm, ich bin eure Stewardes und bring euch heil zruck!"

Erika Stucky - voc, accord, film
Knut Jensen - ukulele, electronic

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