wenet

Foto: Sandra Ludewig

wenet

Paul-Gustavus-Haus, Wallstr. 29, Altenburg

In Werner Neumanns aktuellen Trio wenet mit Organist Steffen Greisiger und Schlagzeuger Tom Friedrich aus der nächsten Generation kommt dieses abgezockte Understatement wundervoll zur Geltung. Alles behält seine hintersinnige Beiläufigkeit und vergisst dabei auch den Humor nicht. Diese Band hat viel zu viele Ideen, um einzelne Gedankenblitze totreiten zu müssen. Ihre Musik macht Spaß, fusioniert Tradition und Aufbruch, Amerika und Europa, Jazz und Rock, bleibt bei sich, wenn sie voller Finten ihre Fährten legt und ein Stück aus dem anderen hervorgehen lässt. Das ergibt ein facettenreiches Album wie aus einem Guss, schwelgerisch und losgehend, verträumt und attackenreich, diszipliniert und spontan, traditionell und modern, subtil und kompakt. Das zitiert Radiohead und Strawinsky, Volkslied und Lagerfeuergitarre, lässt Jon Lord, Billy Preston und Jimmy Smith aufscheinen und hechelt dennoch nicht den Altvorderen hinterher. Große Meister wie Wes Montgomery, John Abercrombie oder John McLaughlin liebten ihre Orgeltrios und setzten Maßstäbe für diese Formation. Die Band um den Leipziger Gitarristen Werner Neumann verbindet diese Tradition mit zeitgenössischem Jazzrock, R&B und Soul. wenet feiert den Stilbruch zwischen Jazz, Rock, Soul, Blues und Gospel. Es verbeugt sich gleichsam vor den Songs und zelebriert den heiligen Moment im Jazz: die Improvisation, das Zusammenspiel, die Kommunikation zwischen den Musikern und zwischen Band und Publikum. Harald Rehmann sagte in der Sendung „Jazzfacts“ im Deutschlandfunk über Werner Neumann und das Trio: „Der Gitarrist Werner Neumann hat sich mittlerweile als einer der ausgereiftesten Virtuosen der europäischen Musikszene profiliert. Dabei ist gerade die stilistische Vielgleisigkeit Neumanns verblüffend. Gegen jeglichen Purismus ist er gleichermaßen im Jazz, in der Fusionmusic und im Rock, auch härterer Gangarten zu Hause ... Gerade auf der Bühne kommen die verborgenen musikalischen Wurzeln Werner Neumanns deutlich zum Vorschein, wenn er beispielsweise mit übersteuerten Soundgewittern eines Jimi Hendrix durch die gemäßigte Jazzlandschaft fegt. Solche überraschenden Sprünge und Gegensätze im stilistischen Konzept, die jedoch nie unangebracht, sondern im Gegenteil, äußerst erfrischend wirken, sind Bestandteil des individuellen Stils des Gitarristen, der sich durch eine geschickte, gelungene Verflechtung von Rock und Jazz Herkunftslinien mit den Jahren herausformen konnte.“

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